Der Autor

Fragen an K. J. Kowalewski:

  • Wie alt möchtest du werden? - So alt, wie ich noch selbstständig denken, fühlen und handeln kann.
  • Wie möchtest du sterben? - Wenn ich mit mir und der Welt im Reinen bin!
  • Worüber kannst du lachen? - Über das Duo Urban Priol und Georg Schramm (Deutsche Polit-Kabarettisten).
  • Welchen Traum möchtest du dir erfüllen? - Lebe deinen Traum! Träume nicht dein Leben!
  • Wie viel Geld möchtest du besitzen? - Soviel, dass ich ein normales Leben führen kann.
  • Ein Jahr auf einer Insel: Welche 3 Bücher nimmst du mit? - Saint-Exupérys: "Le Petit Prince", Sartres: "Le Mur" und mein Tagebuch.
  • Wer ist die Person hinter diesem Blog? - Konstantin John Kowalewski ist Konstantin Kountouroyanis (© by ihm). John ist der Vorname meines deutschen Großvaters. Kowalewski der Geburtsname meiner Mutter.
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Bildnachweis:
Foto: Kountouroyanis

Weitere Einträge

Filmprojekt greift das Thema Alltagsrassismus gegen Minderheiten in Tschechien auf
Mehr als 250.000 Demonstranten am Letenská pláň +++ Straßen und eine U-Bahn-Station wurden gesperrt +++ Ein Wohnhaus wurde von Babis-Gegnern besetzt +++ Babis-Befürworter versuchten sie mit Unterstützung der Polizei zu entfernen +++ Journalist angegriffen
Nach Demonstration und Berichterstattung über Upload-Filter und Art. 13 droht deutschen Bloggern 500.000 Euro Bußgeld. Was hat das mit Tschechien zu tun?
25.000 Menschen demonstrierten auf dem Altstädter Ring und forderten „Honzák auf die Burg“
Am vergangenen Montag demonstrierten ca. 15.000 Menschen in Prag sowie weitere Tausende in 105 Städten und Gemeinden. Demonstranten fürchten um die Unabhängigkeit der tschechischen Justiz.
Tausende Tschechen demonstrierten in Prag und 105 weiteren Städten und Gemeinden Tschechiens gegen Andrej Babiš und einen neuen Politik-Skandal
Thomas Hackner vermutet Zensur und Angriff auf seinen Nachrichtenkanal
Der Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung traf sich in Prag mit Vertretern des tschechischen Schulministeriums
Neue Aktivistengruppe Auva will monatlich gegen Andrej Babiš demonstrieren und sieht Artikel 13 kritisch
Julia Reda verlässt die Piratenpartei. Hintergrund sind Vorwürfe gegen Gilles Bordelais wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.
Mehrere Tausend demonstrierten heute gegen Upload-Filter und Zensur im Internet in Prag und mehreren Städten Tschechiens. Die Aktion war Teil einer europaweiten Kampagne.
Am 23. März werden Demonstrationen gegen Art. 13 und Upload-Filter in Prag, Pilsen, Brünn, Budweis, Liberec, Ústí nad Labem und weiteren Städten Tschechiens erwartet
Forum 24 lud in Zusammenarbeit mit dem Freiheitsforum (Svobodné fórum) zu einer Podiumsdiskussion ein und zog eine ernüchterne Bilanz
Wo sich die Prager Bohème 100 Jahre nach dem Expressionismus trifft.
Am gestrigen Freitagnachmittag versuchte sich ein Mann selbst in Flammen zu setzen. 30% seiner Haut soll verbrannt sein. Das Motiv ist unklar.
Heute vor 50 Jahren verbrannte sich der Student auf dem Prager Wenzelsplatz selbst
Tausende Menschen riefen am Freitag „Chceme slušnou vládu“ und protestierten damit gegen Andrej Babiš und Miloš Zeman
Tausende Menschen zogen am Freitagabend in einem Protestmarsch von der Prager Burg bis zum Altstädter Ring
Das Netzwerk „Eine Million Augenblicke für die Demokratie“ hat für den morgigen Freitag einen Marsch durch Prag angekündigt
Demonstranten fordern sofortigen Rücktritt des Premierministers Andrej Babiš´s
Am Bahnhof Prag-Dejvice werden zur Stunde die Feierlichkeiten zum Jahrestag vorbereitet
Am 5. und 6. Oktober sind Kommunal- und Senatswahlen in Tschechien
NDR-Journalist Michel Abdollahi veröffentlicht offenen Brief an Angela Merkel. Tausende unterschreiben mit.
Ein Kommentar zu den Ausschreitungen in Chemnitz
Circa 200 Menschen demonstrierten am vergangenen Sonntag in Prag gegen die geplante EU-Novelle. Der Protest war Teil eines europaweiten Aktionstages gegen Zensur im Internet
Upload-Filter und Leistungsschutzrecht sorgen auch in Tschechien, in einer immer stärker monopolisierten Medienlandschaft, für Besorgnis
Informativer Reiseführer mit schnell auffindbaren Fakten und Infos
Schnelle Schnitte, simple Dialoge und wenig überzeugende Handlungen
Seiten der Nazi-Hipster aus der sogenannten identitären Bewegung werden auf Facebook gesperrt
Netzwerk: Iniciativa Ne Rasismu meldet: Tod eines Roma und weitere Verletzter
Tausende demonstrierten in Prag und 200 anderen Städten gegen Babiš und für Pressefreiheit
Unter dem Slogan: „Eine Million Augenblicke für die Demokratie“ rief das Netzwerk „Milion Chvilek“ zur Demonstration am Wenzelsplatz auf
Autor Jaroslav Kmenta stellte in der Buchhandlung Luxor sein Enthüllungsbuch über den tschechischen Premierminister Andrej Babiš vor
Noch Anfang 2018 nutzten 20.000 User täglich den Dienst - Nun wurde er eingestellt
Wie die DSGVO schon vor ihrem Inkrafttreten die Europäer um ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit bestiehlt
Eine juristische Keule, die eigentlich Google und Facebook treffen sollte, könnte bald Freiberufler und Blogger in den finanziellen Ruin stürzen
Seit Stunden legen Menschen am Denkmal des Heiligen Wenzels Blumen, Kerzen und Schilder mit Parolen nieder
Ein Besuch beim Prager Künstler Reon Argondian auf dem Petřín-Berg
Eine Passantin wurde beim Überqueren der Gleise am Dienstagabend von einer Tram erfasst und schwer verletzt
Jazzrepublic bietet jeden Abend Jazz oder Blues im Prager Zentrum
Mega-Event vom 07.08. - 13.08.2017
Wie eine junge Pragerin einen neuen lesbisch-kulturellen Raum schuf
Viele Tschechen sind gegen Flüchtlinge und Ausländer im Allgemeinen. Doch nicht alle Tschechen teilen diese Meinung. Es regt sich Widerstand
Anti-Merkel-Demonstranten drohen mit Czexit
Carl von Ossietzky (1889 - 1939) am 8. Dezember 1931 in der Weltbühne - Ein Kommentar
Ausgelassene Party-Stimmung wie auf der Love Parade in Berlin
Gedenkveranstaltung für Lili Elbe am 22.04.2016
Zwischen Anspruch und Mainstream
Zaubern Sie in nur 30 Minuten ein mediterranes Ambiente in Ihr Esszimmer - Wir zeigen Ihnen wie
Eine Kritik zum Star Wars-Film: "Das Erwachen der Macht"
Schnell, lecker und auch noch gesund kochen? - Ich zeige Ihnen wie es geht!
Ein Kommentar zur tschechischen Flüchtlingspolitik
Zum Filmstart von „Bridge of Spies“ („Most špiónů“): Unterhaltsam und lehrreich zugleich
Zum Kinostart des neuen Bond-Films "Spectre" in Prag
Ein Kommentar zum 8. Mai
Raumfahrtgeschichte von der Science-Fiction zum Alltag im Weltall

Blog

| Konstantin John Kowalewski | Rubrik: Politik | 27.3.2019

Niemand hat die Absicht eine Firewall in Europa zu errichten

Ein Kommentar zur Abstimmung über die Urheberrechtsreform im EU-Parlament
  • Demo am 23.03.2019 in Prag: „Internet ohne Filter“
    Demo am 23.03.2019 in Prag: „Internet ohne Filter“

Die Europäer waren vielleicht noch nie näher an einer europäischen Einheit dran, als am vergangenen Samstag. 200.000 Menschen gingen in Europa auf die Straßen und zeigten in diesen vom Nationalismus, Protektionismus und von demagogischen Polarisierungen beherrschten Zeiten politisches Rückgrat. Mehr als 5 Millionen unterzeichneten eine Online-Petition gegen die geplante (und mittlerweile beschlossene) Urheberrechtsreform, gegen den umstrittenen Artikel 13 und die daraus resultierenden Upload-Filter, die eine Vorzensur hochgeladener Inhalte erst möglich machen. Weitere tausende, noch nicht vollständig ausgezählte, Unterschriften wurden in Papierform am selben Tag an den Protestständen in Europa gesammelt. Das „Nein“ der Menschen war unüberhörbar. Mit der heutigen Votierung des EU-Parlaments zur Billigung der Urheberrechtsreform inkl. der Art. 11 und 13 haben die Brüsseler Parlamentarier vor allem eines den Europäern zu verstehen gegeben. Was auch immer ihr sagt, es kümmert uns nicht.

Wann soll man die Sorgen der Menschen ernst nehmen?
Doch dabei hieß es noch in den letzten Jahren – nach dem Sommer 2015 –, man „solle die Sorgen der Menschen ernst nehmen“. Was lerne ich daraus? Wenn es also um rechte Proteste gegen Flüchtlinge und Ausländer in Deutschland (aber auch anderswo in Europa) geht, dann muss man also „Verständnis für die Sorgen der Menschen“ haben. Wenn aber ein wesentlich größerer Teil der Bevölkerung sich zu demokratischen Werten bekennt und friedlich demonstriert, dann fällt gewählten Volkstretern (!) von der konservativen CDU Deutschlands nichts Besseres dazu ein, als Verschwörungstheorien von angeblich gekauften Demonstranten zu verbreiten. Natürlich wieder einmal über das „Organ für Wahrheitsfindung“ der deutschen Presse, der Bild-Zeitung, die seit Heinrich Bölls Blum-Erzählung und Günter Wallraffs „Aufmacher“ bekanntlich für deutschen „Qualitäts-Journalismus“ steht. – Wohl eher nicht!



ZDF: „Gekaufte Demonstranten“ – CDU-Abgeordnete wüten gegen CDU-Tweet



Was steckt hinter dem Kuhhandel-Vorwurf „Gas gegen Upload-Filter“?
Dass die EU-Parlamentarier wieder einmal bezeugt haben, dass ihnen der Wählerauftrag nicht einen Pfifferling wert ist, ist eine – wenngleich auch beschämende – Sache. Eine andere – vielleicht noch beschämendere ist das Verhalten von Axel Voss und seiner Parteigenossen. Insbesondere dann, wenn – vorausgesetzt die im jüngst erschienenen FAZ-Artikel geäußerten Vorwürfe entsprechen den Tatsachen und derzeit habe ich keinen Grund vom Gegenteil überzeugt zu sein – es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Upload-Filter, den Wünschen der französischen Regierung, die ohnehin mit massenhaften Protesten der Gelb-Westen in den letzten Monaten zu kämpfen hatte und dem Bau der Gas-Pipeline Nord Stream 2 geben sollte.



F.A.Z: Altmaier opfert Start-ups im Urheberrecht – Das neue Urheberrecht wird kleine Unternehmen strapazieren. Die Regierung hat auf wichtige Ausnahmen verzichtet – für Gas aus Russland?



Whistleblower auf der Flucht, Journalisten erschossen, aber Upload-Filter für die Rettung der Demokratie
Als ob all das nicht schlimm genug wäre, haben insbesondere Frankreich und Deutschland die komplexen medienpolitischen Verflechtungen in Mittel-, Ost- und Südeuropa ebenfalls offenbar völlig ignoriert. Seit Monaten dauern in Prag Massendemonstrationen gegen den Premierminister an, bei denen tausende Tschechen gegen die Monopolisierung ihrer Medien protestieren.



prag aktuell: Politische Debatte im Rock-Café: „5 Jahre Andrej Babiš: Was hat er uns gebracht und was genommen?“

prag aktuell: Demonstranten fordern sofortigen Rücktritt des Premierministers Andrej Babiš´s



Die wirtschaftliche Lage der Presse sei katastrophal, sagte der französische Liberale Jean-Marie Cavada. Deshalb sei die geplante Reform die einzige Chance, die Zukunft von Kreativen zu schützen. Denn mit der Presse sei „ein Teil der Demokratie in Gefahr“.

Die Lage der Presse in Europa ist in der Tat katastrophal, aber nicht so, wie Cavada es uns glauben machen will. Entweder werden Journalisten in der Slowakei kaltblütig im eigenen Haus abgeknallt oder auf Malta durch eine Autobombe zerrissen, während in Deutschland die Staatsmacht tatenlos zusieht, wie Journalisten bei Demonstrationen von Pegida & Co bedroht, tätlich angegriffen und ihre Kameras zerschlagen werden. Gerade in solchen Zeiten, braucht es die vierte Säule der Demokratie in Form einer offenen und freien Medienlandschaft und keine Hofberichterstattung weniger Monopol-Zeitungen wie zu Zeiten des Kalten Krieges, die dem vermeintlich unmündigen Leser erklären, was der Unterschied zwischen links und rechts und gut und böse ist.

Mit der Abstimmung im EU-Parlament zur Urheberrechtsreform nähren die Parlamentarier vor allem einen Verdacht. Nämlich, dass ihnen diese Zusammenhänge entweder völlig egal oder völlig unbekannt sind. Wahrscheinlich ist wohl eher das erstere. Denn man kann nach dem 26.03.2019 annehmen, dass sie sich eher den Großverlagen, den Monopolisten und fragwürdigen Politikern ihres Landes verpflichtet fühlen, anstatt den freiheitlich-demokratischen Grundwerten der Europäischen Union.



tagesschau: Sascha Lobo zum Urheberrecht: „Vertrauen in Politik massiv beschädigt“



Der moralisch erhobene Zeigefinger gegen China, Türkei und Ägypten
Wie oft haben die etablierten europäischen Medien, allen voran die Gebühren finanzierten, in den letzten Jahren auf zensiertes Internet, auf Filter (!), in China und der Türkei mit dem erhobenen Zeigefinger hingewiesen? Wie groß war der Aufschrei, als während des Arabischen Frühlings plötzlich das Internet in Ägypten abgeschaltet wurde und die Demonstranten sich nicht mehr über die Sozialen Medien absprechen konnten? Was soll ich also jungen Leuten aus diesen Ländern sagen? Dass anderswo Filterpraktiken, Vorzensur und juristische Keulen Methoden diktatorischer Regime sind, aber bei uns retten wir damit die Demokratie und schützen Urheberrechte?

AfD sieht sich als „Anwalt“ der freien Netzgemeinde
In seinem tagesschau-Interview sagte der Netzexperte Sascha Lobo, dass diese Filter auch schnell zum Aussortieren von unliebsamen politischen Inhalten im Netz umfunktioniert werden können. Das hat natürlich auch die AfD schon längst erkannt und nutzt das Thema für die eigenen wahlpolitischen Zwecke.

Auch mir sind Hass und Hetze im Netz zuwider. Aber all diese Entgleisungen zeigen vor allem eines: Dass nämlich in den letzten Jahrzehnten die Vermittlung demokratischer Werte in den Schulen und an den Universitäten in Europa sträflich vernachlässigt wurde. Man holt diese Versäumnisse nicht dadurch wieder auf, indem man den Leuten das Wort entzieht. Demokratie lebt vom Diskurs.

Als Angehöriger der schreibenden Zunft und Mensch mit einem gewissen Bildungsniveau, versuche ich mir Zusammenhänge mit belastbaren Beweisen mühsam zu erarbeiten und immer wieder neu zu überdenken. Das ist mein Job! Es gibt aber eine nicht geringe Anzahl an Menschen in der EU, die ihren grauen Zellen diese Arbeit nicht zumuten wollen oder können und stattdessen an Verschwörungstheorien glauben und Demagogen nachlaufen. Was also kann man diesen Leuten nach solch einer Abstimmung und dem vorliegenden Hintergrundmaterial (FAZ u. a.) entgegensetzen? In Brüssel sitzen gute Demokraten, die auch noch in Ländern wie Ungarn, Polen, Tschechien, der Slowakei oder Italien die Freiheit des Wortes mit ihrem Herzensblut verteidigen würden? Mit Catherine Stihler gesprochen: „Something is not right here!“

Prag, 27.03.2019

Konstantin John Kowalewski

Julia Redas Rede nach der Abstimmung im EU-Parlament. Mehrfach versucht man sie zu unterbrechen.

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