Der Autor

Fragen an K. J. Kowalewski:

  • Wie alt möchtest du werden? - So alt, wie ich noch selbstständig denken, fühlen und handeln kann.
  • Wie möchtest du sterben? - Wenn ich mit mir und der Welt im Reinen bin!
  • Worüber kannst du lachen? - Über das Duo Urban Priol und Georg Schramm (Deutsche Polit-Kabarettisten).
  • Welchen Traum möchtest du dir erfüllen? - Lebe deinen Traum! Träume nicht dein Leben!
  • Wie viel Geld möchtest du besitzen? - Soviel, dass ich ein normales Leben führen kann.
  • Ein Jahr auf einer Insel: Welche 3 Bücher nimmst du mit? - Saint-Exupérys: "Le Petit Prince", Sartres: "Le Mur" und mein Tagebuch.
  • Wer ist die Person hinter diesem Blog? - Konstantin John Kowalewski ist Konstantin Kountouroyanis (© by ihm). John ist der Vorname meines deutschen Großvaters. Kowalewski der Geburtsname meiner Mutter.
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Foto: Kountouroyanis

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| Konstantin John Kowalewski | Rubrik: Politik | 12.10.2016

"Iniciativa Ne Rasismu" kämpft gegen Fremdenfeindlichkeit in Tschechien

Viele Tschechen sind gegen Flüchtlinge und Ausländer im Allgemeinen. Doch nicht alle Tschechen teilen diese Meinung. Es regt sich Widerstand
  • Anti-Merkel-Demonstrant und Islamgegner beim diesjährigen Merkel-Besuch in Prag
    Anti-Merkel-Demonstrant und Islamgegner beim diesjährigen Merkel-Besuch in Prag

Spätestens seit dem Merkel-Besuch in diesem Jahr ist klar, was die Mehrheit der Tschechen von ihrer Willkommens- und Flüchtlingspolitik hält. Auch im Alltag macht sich in Tschechien seit Jahren schon eine schleichende Haltung gegen Ausländer und Flüchtlinge breit. Doch nicht alle Tschechen denken so. Vor einiger Zeit gelang es mir über ein soziales Netzwerk Kontakt zu einer tschechischen Anti-Rassismus-Gruppe aufzubauen. Zusammen mit einer deutschen Aktivistin, die ebenfalls Mitglied der Bewegung "Iniciativa Ne Nasismu!" ist, traf ich mich mit Mitgliedern aus dem Aktionsbündnis in einem Café nahe dem Narodní Divadlo.



Bewegendes Video aus Syrien: Mädchen ruft nach Bombenangriff nach ihrem Vater - SPIEGEL ONLINE - Video
 


Auf die Frage, woher diese ablehnende Haltung gegenüber Ausländern im Allgemeinen komme, wurde mir erklärt, dass man die Zeit des Kommunismus als verantwortlichen Faktor dafür sieht. Die Tschechen lebten Jahrzehnte lang abgeschlossen, fast ohne Kontakt zum westlichen Ausland. Die heutige Zeit, in der offene Grenzen eine Normalität darstellen, fürchten viele, auch jüngere Tschechen, als Möglichkeit der Überfremdung. Auffallend ist, dass insbesondere viele junge Tschechen sich in eine Art sozialistische Nostalgie flüchten nach dem Motto: "Früher war alles besser. Da war niemand arbeits- und obdachlos und niemand musste nachts Angst vor Ausländern haben." Das dies ein Trugbild ist, erkennen gerade junge Tschechen deshalb nicht, weil sie die Zeit des Kommunismus nie bewusst miterlebt haben. Doch die älteren Tschechen seien nicht der Grund für diese Nostalgie. Die Mitglieder erklärten uns, dass sie viel mehr die sozialen Medien als Katalysator für Nostalgie und Rassismus sehen. Als Argumente führten fremdenfeindliche jüngere Tschechen an, dass sie "etwas" (Negatives über Ausländer) auf Facebook gelesen oder von einem Freund gehört hätten. Erschreckend sei, dass diese dürftigen Aussagen den meisten Menschen zur Meinungsbildung reichen würden. Auf ihrer Facebook-Seite (https://www.facebook.com/nerasismu/?fref=ts) versuchen die Aktivisten von "Iniciativa Ne Nasismu" dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Interessant ist, dass es in puncto Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Haltung gegenüber Flüchtlingen auffällige Parallelen zu den neuen Bundesländern, insbesondere Sachsen gibt. Es bleibt also die Frage, wie man Menschen sowohl in Tschechien als auch in allen anderen EU-Staaten erreichen kann, die für keinerlei sachliche Argumente mehr zugänglich sind. Was bleibt ist wohl genau das, was die Aktivisten von "Iniciativa Ne Nasismu" machen: In Kontakt bleiben und reden.


Prag, 12.10.2016

Konstantin John Kowalewski

Artikellink: http://prag-aktuell.cz/blog/iniciativa-ne-rasismu-kaempft-gegen-fremdenf...
Bildnachweis:
Foto: K. Kountouroyanis

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