www.canadian.czwww.canadian.cz | Rubrik: Gesundheit | 24.6.2015
Tschechien gilt als Problemgebiet von Zeckenenzephalitis und Borreliose

Prag - Jahr für Jahr kommen uns immer wieder Ratschläge zu Ohren, wie man sich auf den Winter vorbereiten sollte, wie man einer Grippe vorbeugt, wie man sich für den Frühjahrbeginn rüstet, oder wie man etwas gegen Frühjahrsmüdigkeit unternimmt.

Trotz alledem vergessen wir diese Ratschläge oft und wundern uns dann darüber, wie wir so vergesslich sein konnten. Ärzte bestätigen, dass Patienten oft unter diesen Problematiken leiden, denen man oft ganz einfach hätte vorbeugen können, indem man einfach simplen Empfehlungen Folge leistet. Die Sommerzeit ist keine Ausnahme.

Erkrankungen zur Sommerzeit

Die meisten von uns bleiben über den gesamten Sommer hinweg gesund. Obwohl es weniger Erkältungen und bakterielle Infektionen gibt, treten einige Komplikationen wiederum tatsächlich häufiger auf. Bakterielle Tonsillitis (Streptokokken) ist sogar im Sommer relativ verbreitetet, wenn die Schleimhaut warm ist und dabei Kälte ausgesetzt wird (kalte Getränke/Eiscreme). Insbesondere Herpangina ist im Sommer am stärksten verbreitet. Einige Infektionen und Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Lebensstil im Sommer. Mittel- und Außenohrentzündung sowie Bindehautentzündung werden durch Baden in schmutzigem Wasser ausgelöst, während Darminfektionen durch Salmonellen und andere Bakterien verursacht werden, die bei warmem Wetter grassieren. Der Schlüssel zur Vermeidung derartiger Risiken liegt beispielsweise darin, keine unsachgemäß zubereiteten Speisen und Snacks fragwürdiger Herkunft zu essen (nicht ausreichend gekochtes Huhn und Eier, Eiscreme).

Klimaanlagen sind ein häufiger Übeltäter beim Einfangen von Erkältungen zur Sommerzeit. Der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen sollte nicht mehr als 5-7 °C betragen. Für Kinder sollte die Differenz sogar noch geringer sein. Diese Empfehlung wird jedoch nicht oft befolgt. In Wirklichkeit stellen nur wenige bei einer Außentemperatur von 35 °C ihre Klimaanlage auf ungefähr 30 °C. Die meisten von uns würden sie stattdessen sogar auf 20-25 °C stellen. Als Folge davon handeln wir uns Erkältungen, Kopfschmerzen und diverse Wirbelsäulenerkrankungen ein. In Autos stehen wir oft vor einem ähnlichen Problem, das oft Auslöser für Hitzeschläge, Austrocknung oder Erkältungen ist. Der Schutz von Kindern ist besonders wichtig, und wir sollten immer auf niedrige Temperaturunterschiede, gute Belüftung und ausreichend Flüssigkeitsaufnahme achten.

UV-Strahlung

Hautprobleme sind im Sommer ebenfalls ein häufig auftretendes Problem. Einige Komplikationen wie Urticaria solaris oder Exantheme können vermieden werden, indem man sich sorgfältig auf die Sonne vorbereitet. Sie sollten Ihre Haut keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen, insbesondere dann nicht, wenn Sie keinen UVA- und UVB-Schutz verwenden. Man sollte sich Schritt für Schritt an die Sonne gewöhnen. Exanthem-Patienten können mögliche Probleme eingrenzen, indem sie Beta-Carotin mittels Ernährungsergänzungen zu sich nehmen.

Einige Kräuter sowie Medikamente erhöhen nachweislich die Empfindlichkeit der Haut auf Sonne. Johanniskraut ist beispielsweise sehr bekannt für seine beruhigende Wirkung, hat jedoch Lichtempfindlichkeit als Nebenwirkung, und seine Einnahme kann unnötige Ausschläge verursachen. Patienten, die Antibiotika einnehmen, sollten ebenfalls sicherstellen, dass sie sich keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen. Bei Missachtung dieser Empfehlungen kann zu den häufigen Folgen rote, juckende, gereizte Haut gehören, auf der es zu Brandblasenbildung kommt. All dies kann sich negativ auf unser Urlaubserlebnis auswirken.

Zeckenbisse

Fast jeder von uns hatte es zur Sommerzeit schon mit Insektenbissen zu tun. Beißende Insekten gibt es hier trotz der recht moderaten Temperaturen zu genüge. Zecken sind zum Beispiel als Überträger von Borreliose und von weiteren Infektionen bekannt. Die Häufigkeitsrate von Zeckenenzephalitis in der Tschechischen Republik zählt zu den höchsten in Europa.

In anderen Ländern, hierzu zählen das Vereinigte Königreich, die Niederlande, die USA, Australien und Japan, ist diese Krankheit so gut wie nicht vorhanden. Besucher könnten dann negativ überrascht werden, wenn sie sich mit einer Krankheit anstecken, die sie normalerweise in exotischen Ländern vermuten würden. Untersuchungen der Haut, Abwehrmittel, die sofortige Entfernung von Zecken sowie Impfungen sind für die Vorbeugung eines Auftretens derartiger Krankheiten entscheidend.

MUDr. Silvie Knoppová, Kinderärztin

 

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