prag aktuellprag aktuell | Rubrik: Eishockey | 9.6.2015
Vladimír Růžička reagiert damit auf neue Vorwürfe - und weist zugleich alle Anschuldigungen zurück

Prag - Der Trainer der tschechischen Eishockey-Nationalmannschaft, Vladimír Růžička, hat heute seinen Rücktritt erklärt. Er zog damit die Konsequenz aus neuen Anschuldigungen gegen ihn in der seit April schwelenden Korruptionsaffäre.

Ružička soll in seiner Funktion als Trainer des Erstligisten HC Slavia von dem Vater eines Nachwuchsspielers insgesamt 500.000 Kronen Bargeld entgegengenommen haben. Als Gegenleistung dafür sollte er, so jedenfalls die Vorwürfe, den Sohn protegieren und ihn für Slavia spielen lassen.

Wie der öffentlich-rechtliche Tschechische Rundfunk heute berichtete, haben sich inzwischen weitere Eltern gemeldet, die - zum Teil unter dem Deckmantel der Anonymität -  behaupten, dass Ružička Geld dafür verlangt habe, ihren Kindern, jungen Nachwuchsspielern also, eine Chance in der Slavia-Stammmannschaft zu geben. 

Der Präsident des Tschechischen Eishockeyverbandes (ČSLH), Tomáš Král, hat deswegen für den morgigen Mittwoch eine außerordentliche Sitzung des Exekutivkomitees des ČSLH einberufen.

Růžička weist in einer Erklärung alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und sieht sich als Opfer einer "Medienkampagne". Wer Nachfolger des 52-jährigen Olympiasiegers von Nagano wird, ist derzeit noch völlig offen.

Ins Rollen gebracht hatte die Affäre im April, zwei Wochen vor dem Beginn der Eishockey-WM in Prag und Ostrava, ein mit versteckter Kamera gefilmtes Video, das auf YouTube veröffentlicht wurde und Ružička im Gespräch mit dem Vater des Spielers zeigt (Foto). (nk)

Bildnachweis:
YouTube / Screenshot: prag aktuell
Themen: Vladimír Růžička, Korruption, HC Slavia
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