PR | Rubrik: Gesellschaft | 26.11.2015

Prag - Wegen ihrer liberalen Cannabispolitik ist die Tschechische Republik in den Verruf geraten, ein Drogenparadies und ein beliebtes Reiseziel für Touristen zu sein, die nur "auf einen Joint" ins Land kommen. Doch Prag ist noch lange kein "Amsterdam des Ostens", wie viele aufgrund entsprechender Berichte in den Medien oder vom Hörensagen zu wissen glauben.

Hanf, Haschisch, Cannabis und Co. gelten in der Tschechischen Republik, wie auch in vielen anderen Ländern, als "Allround-Talente". Cannabis wird nicht nur als ein THC-haltiges Rauschmittel und als Medizinprodukt nachgefragt, sondern auch in Lebensmitteln, Getränken, Textilien und Pflegeprodukten auf Hanfbasis verarbeitet. Die Einsatzmöglichkeiten des Hanfs sind sehr vielfältig. Davon konnten sich Besucher der alljährlichen Messe Cannafest Prague auch in diesem Jahr überzeugen.

Relativ liberal, doch klar geregelt

Die Drogenpolitik der Tschechischen Republik gilt im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union als relativ liberal. Der Rechtsstatus von Cannabis unterliegt aber dennoch eindeutigen Gesetzen, die viele Touristen nicht kennen. Bereits 1993 wurde der Besitz und Konsum von Drogen legalisiert, während die Produktion und die Distribution verboten waren. 2010 wurde die Höchstmenge an Cannabis für den Eigenbedarf auf 15 Gramm festgelegt. Damit ist der Besitz, auch von kleinen Mengen Haschisch und Marihuana, aber nicht etwa legal, sondern gilt als eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld bestraft werden. Für den Cannabisanbau gilt seit 2010 eine neue Gesetzgebung: Bis zu fünf Cannabispflanzen dürfen für den Eigenbedarf legal angebaut werden. Ab fünf Pflanzen gilt der Anbau als Produktion und ab 15 Gramm wird der Besitz oder Konsum der Droge nicht nur als eine Ordnungswidrigkeit behandelt, sondern als eine Straftat, für die eine Strafe von bis zu 18 Jahren Freiheitsentzug verhängt werden kann.

Cannabis als Medizin stößt auf bürokratische Hindernisse

Der Kauf und Konsum des medizinischen Cannabis wird in der Tschechischen Republik seit 2013 für Patienten mit einem gültigen Rezept erlaubt. Die Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken wird durch das Staatliche Institut für Arzneimittelkontrolle reguliert (SÚKL). Die Agentur ist für die Lizenzvergabe, für den Selbstanbau des Medizinhanfs, für den An- und Verkauf und für die Ausfuhr ins Ausland zuständig. Doch der Anbau verzögert sich, da die Entscheidung im Vergabeverfahren für die Anbaulizenz von den Mitbewerbern angefochten wird

Themen: Marihuana, Justiz
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