pragestt.ff.cuni.czpragestt.ff.cuni.cz | Eingetragen am: 12.3.2016
Vortrag von Konstantin Kountouroyanis, M.A. am 19. März 2016, 12.00 Uhr
  • Franz Kafka, Rudolf Fuchs, Max Brod

In seinem Erinnerungswerk „Der Prager Kreis“ traf der Prager Schriftsteller, Theater- und Musikkritiker Max Brod (* 1884 Prag – † 1968 Tel Aviv) die Unterscheidung zwischen dem sog. „engeren Prager Kreis“, dem er Franz Kafka, Felix Weltsch, Ludwig Winder, Oskar Baum und sich selbst zuordnete und dem „weiteren Prager Kreis“, dem er u. a. Franz Werfel, Rainer Maria Rilke und Gustav Meyrink zurechnete. Fortan fokussierte die literaturwissenschaftliche Welt ihr Interesse sowohl auf den sog. „engeren Prager Kreis“ um Kafka und Brod als auch auf die Akteure des „weiteren Prager Kreises“.

Von dem Prager Schriftsteller, Dichter und Übersetzer Rudolf Fuchs (1890 in Poděbrady – 1942 in London) ist in Brods Erinnerungswerk lediglich an zwei Stellen etwas zu lesen. Nämlich einerseits über Fuchs´ Übersetzungsarbeiten tschechischer Literatur ins Deutsche sowie andererseits über die „Erinnerungen an Franz Kafka“, die in der Fischer-Ausgabe („Der Prager Kreis“) von 1984 zu finden sind und in denen Rudolf Fuchs über Kafkas Lob an seinem mittlerweile in Vergessenheit geratenem lyrischen Frühwerk „Villa Milde Ruh´“, welches 1921 in der Unterhaltungsbeilage des Prager Tagblatts abgedruckt wurde, berichtet. Da diese von Fuchs zitierte Aussage Franz Kafkas bislang an keiner weiteren Stelle bislang verifiziert werden konnte, ergibt sich nahezu von selbst die Frage, in welcher literarischen Beziehung Rudolf Fuchs zu Franz Kafka stand.

Dass Rudolf Fuchs in der Tat eine nähere Bekanntschaft mit Franz Kafka pflegte, beweisen drei Mitteilungen Franz Kafkas an Rudolf Fuchs, die sich im Archiv erhalten haben. Darin geht es u. a. auch um ein Treffen zwischen Rudolf Fuchs und Franz Kafka in Wien, während in einer anderen Mitteilung die Absendung der „Gedichte mit 2,3 Tagen Verzögerung an [Otto] Pick“ bestätigt wurde. Ebenfalls erwähnt Kafka, die „Gedichte“ Max Brod geliehen zu haben. Offensichtlich geht es hier um die Besprechung verschiedener Texte für eine Publikation, zu welchem auch das Treffen in Wien der Anlass gewesen sein muss.

Rudolf Fuchs ist in der Literaturgeschichte als Übersetzer tschechicher Gedichte, u. a. der „Schlesischen Lieder“ des national- und sozialrevolutinären Autors Petr Bezruč´ - mit bürgerlichem Namen Vladimír Vašek - sowie als Autor sozialkritischer Texte wie u. a. das Massendrama „Aufruhr im Mansfelder Land“ (Berlin 1928)  über den Arbeiteraufstand – die sog. „Hoelz-Revolte“ – von 1921 in den mitteldeutschen Leuna-Werken bekannt. Parallelen zu Gerhart Hauptmanns Drama „Die Weber“ sind unverkennbar.

Am Samstag, den 19. März 2016, möchte der aus der Nähe von Hannover stammende Germanist Konstantin Kountouroyanis auf der internationalen Germanistischen Studententagung PRAGESTT 2016 einerseits klären, um welche Texte es sich bei dem o. g. Treffen zwischen Rudolf Fuchs und Franz Kafka handelte, die offensichtlich aus bestimmten Gründen nicht in den Briefen beim Namen genannt wurden und welche Rolle dabei Franz Kafka, Otto Pick und Max Brod gespielt haben und letztendlich herausarbeiten, in welcher Beziehung Franz Kafka zu Rudolf Fuchs und vor allem seinem literarischem Schaffen stand.

Was: Vortrag: „Rudolf Fuchs´ Beziehung zu Franz Kafka“
Wer: Vortragender: Konstantin Kountouroyanis, M.A.
Wo: Philosophische Fakultät der Karls-Universität Prag, Náměstí Jana Palacha 2
Wann: Samstag, 19. März 2016, 12:00 Uhr, Raum 300
Vortragsdauer: 20 Minuten plus Diskussion.

Kartenansicht:
Philosophische Fakultät der Karls-Universität Prag
Náměstí Jana Palacha 2
110 00 Praha 1, Hauptstadt Prag (Hlavní město Praha)
Tschechische Republik

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